Archive for the ‘Medien’ Category
Attacks on the Press
Posted by: Hajo Friedrich in Media, Medien, Transparency, conflict and war on February 16th, 2010

Title photo of "Attacks on the Press in 2009" (worldwide survey by the "Committe to protect Journalists"(CPJ; photo: Reuters/Oswaldo Rivas)
More and more freelancer, blogger and online editor are under attack. This we learn in the worldwide survey “Attacks on the Presse in 2009” of the Committee to Protect Journalists (CPJ), published today.
To protect Journalism should be the title of the report. Because very often bloggers are not journalists in the narrow sense of the partly outdated rules of the media world and their interest groups. “We have not a set definition of journalists. We look at individuals, who commit a journalist act”, said CPJ-program coordniator Nina Ognianova. Read the rest of this entry »
Erfüllungsgehilfe Eurostat
Posted by: Hajo Friedrich in EU, Geldentwertung, Medien, Transparency on July 29th, 2009

EU-Chefstatistiker Walter Radermacher (Foto: Bundesinnenministerium)
Das in Luxemburg angesiedelte Europäische Statistikamt (Eurostat) wird offensichtlich wieder für politische Spielchen und fragwürdige Rechenoperationen missbraucht. Der seit April 2008 amtierende Amtschef Horst Radermacher (Foto rechts) steht unter Erklärungsdruck.
Nach der Devise leicht abgewandelten Devise “Ich liefere dem (Wahl)Bürger nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe”, sieht es so aus, dass die EU-Staaten ihre Ausgaben für die Rettung der Banken künftig nur noch begrenzt in der Statistik ausweisen müssen. Read the rest of this entry »
Ganz die Unschuld or the innocent MEP
Posted by: Hajo Friedrich in EU, European Parliament, Medien, Transparency on May 24th, 2009
Ich sehe die Spitzenkandidatin der FDP bei den Europa-wahlen Silvana Koch-Mehrin schon wieder unter Rechtfertigungsdruck. Waren es in den ver-gangenen Tagen Statistiken über ihre Anwesenheit und – viel wichtiger – ihre Arbeitsleistung im EU-Parlament (z.B. null Berichte in fünf Jahren), so stellen sich mir jetzt bei der Spitzenkandidatin noch ganz andere, wesentlich kritischere Fragen: z.B. warum Frau Dr. Koch-Mehrin in den vergangenen Jahren offensichtlich beim EU-Parlament Reisen von Köln nach Brüssel/Straßburg abrechnen konnte, obwohl es kein Geheimnis ist, dass die Spitzenkandidatin überhaupt nicht in Köln lebt.
(Nachtrag: 3. Juni: die Eidesstattlichen Versicherungen über ihre “Präsenzquote von 75 %”, die Frau Koch-Mehrin im Rahmen des Rechtsstreits mit der FAZ abgegeben hat, werfen auch viele Fragen auf und rufen nach Nachprüfungen). Sehr fragwürdig sind auch die Versuche der FDP-Spitze, Eindluss auf die Berichterstattung des SWR zu nehmen - lesenswert dazu die Artikel in der Süddeutschen Zeitung, auf SZ online und auf der FAZ-Medienseite.
“eu-transparent” hat wie immer gründliche journalistische Sorgfaltspflicht walten lassen und in diesem Fall vier der im Raum stehenden Fragen an Frau Dr. Koch-Mehrin gestellt, um zu versuchen, eine ausgewogene Darstellung der Fakten vorzunehmen und Frau Dr. Koch-Mehrin Gelegenheit zu geben, sich zu Mutmaßungen über ihre Reisekostenabrechnungen zu äußern. Leider hat Frau Dr. Koch-Mehrin aus meiner Sicht die Gelegenheit nicht genutzt, sich in der gebotenen Gründlichkeit zu äußern und zu einer ausgewogenen Darstellung der Fakten beizutragen. Ich denke jedoch, die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, zu erfahren was die so genannten Volksvertreter mit dem Geld der Steuerzahler machen.
Die von einem Sprecher der FDP übermittelten Antworten fielen eher so knapp und m.E. dreist aus, dass sie nach weiteren Fragen rufen. Ich fühle mich in manchem Verdacht eher bestätigt, als dass er ausgeräumt worden wäre. Unsere Fragen und die “Stellungnahme” von Frau Dr. Koch-Mehrin sind nachfolgend dokumentiert.
Fragen an den Pressesprecher von Frau Dr. Koch-Mehrin:
1) Könnten Sie mir sagen, welchen Wohnsitz Frau Dr. Koch-Mehrin der Parlamentsverwaltung gemeldet hat?
2) Falls es Köln oder ein anderer Ort als Brüssel sein sollte, würde ich gerne wissen, wies dies begründet wird? Denn Frau Dr. Koch-Mehrin macht ja kein Geheimnis daraus, in Brüssel zu leben.
3) Gibt oder gab es Vereinbarungen mit der Parlamentsverwaltung über die Art und Weise, wie Frau Dr. Koch-Mehrin Reisen abgerechnet hat?
4) Hat Frau Dr. Koch-Mehrin Reisen von Köln nach Brüssel/Strassburg abgerechnet? Ist es richtig, dass sowohl Reisen mit dem Auto, der Bahn und dem Flugzeug abgerechnet wurden? Falls ja: haben diese Reisen zwischen Köln und den Arbeitsorten des Parlament stattgefunden oder bildeten sie zum Beispiel gelegentlich nur einen Teil einer Reise, deren Ziel oder Ausgangspunkt zum Beispiel Berlin war?
Die Antwort des Pressesprechers von Frau Dr. Koch-Mehrin bzw. “Stellungnahme im Namen, aber nicht als Zitat, von Frau Koch-Mehrin in Bezug auf Ihre Anfrage” lautet schlicht:
EU-Abgeordnete sollten genauso besteuert werden, wie die Bürgerinnen und Bürger, die sie in Brüssel vertreten. Daher sollten sie in Deutschland gemeldet sein.
Darüber hinaus möchte ich Sie auf die Website von Frau Koch-Mehrin verweisen. Dort hat sie ihre Reisekosten transparent für die gesamte Legislaturperiode aufgeführt: www.koch-mehrin.de”
Ende der Stellungnahme
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Nachtrag 25. Mai: Schaut, schaut, welch interessante Aussagen sich plötzlich auf der Internetseite von Frau Koch-Mehrin finden:
“Reisekosten
Vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im Jahr 2004 hatte ich versprochen, dass ich über meine mandatsbezogenen Reisekosten auf meiner Website Rechenschaft ablegen werde. Ich halte Wort. Ich mache meine Reisekostenabrechnung transparent, weil das derzeitige System im Europäischen Parlament absurd ist: Für die An- und Abreise zu den Parlamentsstandorten (Brüssel oder Straßburg) zum Beginn und Ende einer Sitzungswoche wird ein pauschaler Betrag ausgezahlt. Dieser ist unabhängig von den real entstandenen Kosten. In meinem Fall ist es eine Pauschale für die Kilometer zwischen Köln, wo ich steuerlich veranlagt bin, und Brüssel beziehungsweise Straßburg.
Da ich oft von einem anderen Ort zu den Sitzungen anreise (zum Beispiel aus Berlin), entsprechen die tatsächlichen Kosten nicht den erstatteten Pauschalen. Als Entfernung ist in den Abrechnungsunterlagen des Europäischen Parlaments jedoch immer Köln angegeben, auch wenn ich aus einer anderen Stadt angereist bin. Daher sind die bei mir angefallenen Kosten oft höher, so dass ich in den vergangenen Jahren insgesamt mehr an Reisekosten selbst gezahlt habe, als erstattet wurde. Natürlich habe ich immer versucht, möglichst günstige Reisemöglichkeiten wahrzunehmen.
Wenn ich keine Anreise zum Sitzungsort Brüssel hatte, etwa weil ich das Wochenende dort verbracht habe, habe ich selbstredend keine Reisekosten abgerechnet.
Ab der kommenden Legislaturperiode, also ab Juli 2009, wird sich das System der Reisekostenerstattung im Europäischen Parlament endlich ändern. In Zukunft werden nur noch tatsächlich entstandene Kosten erstattet. Damit wurde einer wichtigen und jahrelangen Forderung der FDP entsprochen.”
Ende der Selbsterklärung zu den Reisekosten von Frau Koch-Mehrin.
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Demnächst verrate ich ihnen, warum es erst des Nachhelfens bedurfte, dass Frau Dr. Koch-Mehrin “ihre Reisekosten transparent für die gesamte Legislaturperiode aufgeführt” hat.
Nachtrag vom 27. Mai 1): auf der Internetseite des Europäischen Parlaments findet sich auf der Frau Dr. Koch-Mehrin gewidmeten Seite keine Eintragung mehr zu ihrer Anwesenheit. Das ist, so glaube ich, einmalig und bedeutet, der Wähler kann sich keinen Eindruck von den Anwesenheiten machen. Wie gut, dass wir “Parlorama” von Flavien Deltort haben.
Am Abend des 27. Mai: ich muss mich korrigieren: jetzt steht doch ein Eintrag über die Anwesenheitsquote auf der Webseite von Frau Koch-Mehrin: 62 Prozent; na das ist doch schon mal ein schöne Steigerung von 41 auf 62 Prozent in wenigen Tagen des Nachrechnens.
Nachtrag 2) Frau Koch-Mehrin lässt zwar behaupten, mit ihrem Wohn- und Abrechnungsitz Köln sei alles in Ordnung und auch mit dem Parlament geregelt. Es gibt aber auch EU-Beamte vom Fach, die kritische Fragen zu dieser Praxis stellen, die Frau Koch-Mehrin offensichtlich auch in der kommenden Legislaturperiode für die Abrechnung ihrer Reisen nutzen will. Frau Koch-Mehrin macht ja kein Geheimnis daraus, in Brüssel mit ihrer Familie zu wohnen und aus steuerlichen Gründen in Köln gemeldet zu sein. Sie verschweigt damit indirekt, dass sie, an ihrem Wonhort Brüssel gemeldet, nicht nur der belgischen Steuer unterliegen würde, sondern auch keinen Anspruch auf die Erstattung von (Heim)reisen hätte. Ist die Kölner Adresse nur ein Trick, um Kosten für Reisen abrechen zu können, die nichts mit Heimfahrten zu tun haben?
Ganz nebenbei: da stellt sich für jeden, der sich etwas im europäischen Steuerrecht auskennt natürlich gleich die Frage, warum die Dame sich nicht dort steuerlich veranlagen lässt, wo sie wohnt und sich die meiste Zeit aufhält? Ist das nicht die Pflicht eines jeden braven Steuerbürgers?
Genauso müssten wohl auch Überschüsse, genau gesagt: Tagegelder, versteuert werden, die Frau Koch-Mehrin behauptet, gespendet zu haben. Dazu soll es sogar höchstrichterliche Urteile geben. Na, das wäre ja noch ein Thema, bei dem Frau Koch-Mehrin Transparenz schaffen könnte.
Ich würde auch gerne mal das Schreiben der Parlamentsverwaltung sehen, auf das sich Frau Koch-Mehrin bei ihrer Abrechnungspraxis – in Brüssel wohnen, Köln abrechnen – beruft. Hat die Parlamentsverwaltung Frau Koch-Mehrin vielleicht nur mitgeteilt, das sie gemäß der Vergütungsregelung das abrechnet, was Frau Koch-Mehrin der Verwaltung angibt. Und damit liegt die Verantwortung bei der Abgeordneten, auch nur das abzurechnen, was ihr zusteht.
Die Frage ist, ob Frau Koch-Mehrin Reisen – etwa zur FDP-Zentrale nach Berlin – abgerechnet hat, die sie über diesen Topf nicht hätte abrechnen dürfen. Denn die Reisekostenpauschale wird nur zwischen Wohnsitz und den EP-Arbeitsorten erstattet. Für Partei- und ähnlich Reisen, die mit dem EU-Mandat verbunden sind, gibt es noch einemal einen Topf für die Abgeordneten, der sich jährlich auf 3.500 Euro beläuft.
Das ist alles jedenfalls nur schwer nachvollziehbar und ruft nach Transparenz. Und, zwischendurch, vielleicht auch nach einem Gläschen schönen deutschen Wein: Silvaner – klasse Werbeaktion der CDU-Europaabgeordneten Schwab und Caspary.
Parlorama – willkommen zurück
Posted by: Hajo Friedrich in EU, European Parliament, Medien, Transparency on May 17th, 2009

Schattenreich EU-Parlament (Foto: Jörg Spielberg)
Wenn einer in diesem Jahr – neben Sylvie Ahrens - den Journalistenpreis des Europäischen Parlaments verdient hat, dann ist es der französische EU-Aktivist Flavien Deltort. Mit seinen Statistiken zur Anwesenheit und weiteren Tätigkeiten der EU-Abgeordneten im Rahmen seines Internetangebots “Parlorama” hat er der europäischen Diskussion über die offensichtlich teilweise zweifelhafte Arbeitsleistung der so genannten EU-Volksvertreter in Straßburg und Brüssel enorm bereichert.
For non-german reader: http://blogs.euobserver.com/friedrich/2009/05/10/why-vote-not-accountable-eu-politicians/
Hat er in ein Wespennnest gestochen? Einige Abgeordnete, darunter die deutsche “Liberale” Silvana Koch-Mehrin (“Die Kölnerin für Europa”?) und ihre Anwälte, haben jedenfalls versucht, die Veröffentlichung vom EU-Parlament erhaltener Zahlen über die Anwesenheit der Abgeordneten bei den Parlamentssitzungen zu verhindern.
Sie sollen angeblich behaupten, dass das” Persönlichkeitsrecht” von Frau Koch-Mehrin verletzt würde, und “diverse falsche Tatsachenbehauptungen” geeignet seien, “das Ansehen von und das Vertrauen in Frau Dr. Koch-Mehrin zu beeinträchtigen und zu schädigen”.
Das ruft nach einer Nachprüfung der Tatsachen. Gar nicht so einfach, weil unterschiedliche Zahlen und deren Interpretation im Raume stehen oder gestellt werden. Immerhin befinden sich auf den Internetseiten des Parlaments seit einigen Tagen genaue Prozentsätze zur Anwesenheit – und eine bei zuvor veröffentlichten Statistiken offenbar nicht erwähnte Formulierung, wonach die Prozentsätze nicht die Zeiten wie Krankheit oder Mutterschaftsurlaub berücksichtigen. Diese Fehlzeiten werden von der EP-Verwaltung auf Grundlage ärztlicher Atteste als “entschuldigt” eingestuft.
Dass Frau Koch-Mehrin in der gesamten Legislaturperiode von fünf Jahren keinen einzigen Bericht für das Parlament verfasst hat, das ist wohl eine Tatsache, die auch der beste Anwalt nicht leugnen kann. Dass Frau Koch-Mehrin in dieser Zeit zwei Kinder bekommen hat – Herzlichen Glückwunsch dazu übrigens - und deshalb von Seiten des Parlaments für Abwesenheiten entschuldigt wurde, ist auch eine Tatsache, die natürlich nicht unterschlagen werden darf.
Doch höchst fragwürdig ist die Art und Weise, wie Koch-Mehrin gegenüber den Medien auftritt, um offensichtlich die tatsächliche, inzwischen vom Parlament auch selbst dokumentierte Anwesenheitsquote (nämlich 41 Prozent) geheim zu halten oder gar hochzurechnen .
Nur nebenbei: Als gebürtiger Kölner schäme ich mich noch mal extra für die vielseitigen Versuche Koch-Mehrins, die Veröffentlichung ihrer Anwesenheitsstatistik zu verhindern. Köln hat nun wahrlich eine liberale Tradition, die fleißigere und profiliertere Vertreter in Brüssel verdient. Daß Frau Koch-Mehrin nur an 41 Prozent der Sitzungen des EU-Parlament tatsächlich teilgenommen haben soll, das behauptet übrigens nicht nur Deltort’s “Parlorama”. Es findet sich inzwischen sogar unter dem Stichwort Anwesenheitsliste (“attendance register”) auf der vom Parlament geführten Internetseite für jeden Abgeordneten.
Koch-Mehrins Anwalt soll dagegen behauptet haben, dass sich “aus den von der Verwaltung des Europaparlaments archivierten offiziellen Anwesenheitslisten” eine Präsenzquote von Frau Dr. Silvana Koch-Mehrin von 52,65 % ergebe (für den Zeitraum vom 20. Juli 2004 bis 31. Dezember 2008). Sind diese Listen öffentlich?
Und noch mehr zur Verwirrung trägt bei, dass der Anwalt dann auch noch behaupten soll, dass sich aus der Zusammenstellung der sogenannten ALDE-Fraktion im Europäischen Parlament eine Präsenzquote von 61,43 % ergebe.
Nachtrag 27. Mai: das EU-Parlament hat heute nachmittag offensichtlich auf Druck des Anwalts von Frau Dr. Koch-Mehrin ein neue Anwesenheitsstatistik ins Netz gestellt: Danach liegt die (tatsächliche)Anwesehenheitsquote nicht, wie bislang vom Parlament behauptet, bei rund 41, sondern bei 62 Prozent:
Nachfolgend Auszug aus dem geänderten Eintrag zur Anwesenheitz:
Attendance register: 120
Recorded participation in votes: 22
Total: 142
Number of sitting days during term of office
(adjusted to take into account 59 days of maternity leave) : 229
Attendance percentage : 62%
NOTE
This attendance record is based on the Minutes and voting record of plenary sittings. The information therein is supplied for information purposes only and covers the Member’s term of office in the European Parliament. It is raw data and does not include corrections for justified absence because of illness, authorised parliamentary delegation business etc.
For any information relating to this attendance record, please see the corresponding item in the Minutes: http://www.europarl.europa.eu/activities/plenary/pv.do?language=EN
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Selbstverständlich verschweigen wir nicht, das Frau Koch-Mehrin wegen zweifachen Mutterschaftsurlaubs (Happy Birthday) in der jetzt abgelaufenen Legislaturperiode an vielen Sitzungen nicht teilgenommen hat. Dieser Mutterschaftsurlaub werde, so soll Koch-Mehrins Anwalt behaupten, für jedes Kind als zusätzliche neun Monate “anwesend” gewertet – wohl auch wegen der Fortzahlung von Zulagen wie der Sekretariatszulage. Näheres regelt Artikel 28,3 Kostenerstattungs- und Vergütungsregeln (KVR) für die Mitglieder des EP.
Doch diese Zeiten hätte Frau Dr. Silvana Koch-Mehrin nicht in dem möglichen Umfang in Anspruch genommen, soll ihr Anwalt gegenüber Journalisten behauptet haben. Und warte dann mit einer eigentümlichen Rechnung auf: addiere man diese Zeiten zur Präsenz von Frau Koch-Mehrin von 52,65 % noch hinzu, so der Anwalt, gelte Koch-Mehrin in der aktuellen Legislaturperiode im Zeitraum vom 20. Juli 2004 bis 31. Dezember 2009 bei 75 % der Parlamentssitzungen als anwesend registriert.
“Anders als behauptet war Frau Dr. Koch-Mehrin an 154 Tagen präsent und nicht an 120 Tagen, hinzuzurechnen ist der Mutterschutz von 59 Tagen, Dies entspricht einer Präsenzquote von 75,53 %”, schrieb mir Rechtsanwalt Ralph Oliver Graef in einer Mail am 19. Mai.
Nur nebenbei: die KVR des EU-Parlaments sprechen im Zusammenhang mit dem Mutterschaftsurlaub von “entschuldigt”, nicht von “anwesend”.
Es würde mich nicht wundern, wenn es ob der gewissen politischen Brisanz des Themas zu langen Rechtsstreitigkeiten über die Anwesenheitsquoten kommen könnte. Dabei könnten Juristen Monate und Jahre trefflich über die Frage streiten, was als “anwesend” einzustufen sei: die tatsächliche physische oder die als “anwesend registrierte” Anwesenheit. All das bietet jedenfalls eine schöne Vorlage für die nächste Kabarettveranstaltung der Brüsseler Journalisten.
Aber bleiben wir noch etwas bei der Logik von Koch-Mehrins Anwalt und werfen einen Blick auf die von den Abgeordneten verfassten Berichte. Das ist m.E. ja eher ein Nachweis parlamentarischer Arbeitsleistung, als die bloße Anwesenheit im Saal. Und da dürfte sich die Öffentlichkeit fragen, warum hat Frau Koch-Mehrin – trotz des ihr zutiefst gegönnten zweifachen Mutterschaftsurlaubs – keinen einzigen Bericht verfasst hat?
Wenn schon bei einer tatsächlichen Anwesenheit von 41 Prozent in der gesamten Legislaturperiode (wie dies Deltort und die EP-Verwaltung behaupten) oder 52,65 Prozent (bis Ende 2008, wie dies der Anwalt Koch-Mehrings behauptet) kein Bericht herauskam, dann müsste sich doch in der Logik des Anwalts bei einer “registrierten” Anwesenheit von rund 75 Prozent die Zahl der Berichte hochrechnen lassen.
Nein, Frau Koch-Mehrin, das wird Ihnen nicht gelingen. Wenn Sie eine wirkliche Kölnerin wären, dann würden Sie das kölsche Lied “Drei mal Null bleibt Null” kennen.
Frage mich auch schon die ganze Zeit, warum diese in Wuppertal geborene Dame als Kölnerin firmiert. Nur wegen des Wahlkampfs oder stecken dahinter noch andere Gründe? Merkwürdig – macht die Dame doch auch kein Geheimnis daraus, mit ihrer Familie in Brüssel zu wohnen. Wäre jedenfalls auch mal eine Recherche wert (siehe auch “Goodbye Selbstverpflichtung” auf dem Weblog “europa-transparent”).
Flavien Deltort jedenfalls hat sich nicht einschüchtern lassen von diesen Versuchen von Teilen der EU-Machtelite, letztlich der Öffentlichkeit vorzuenthalten, was die von ihnen ausgehaltenen Politiker so tun. Jetzt ist seine enorme und mutige Arbeitsleistung “Parlorama” wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Merci et Chapeau, Flavien! Sie und die anderen Kollegen, die sich diesem Thema angenommen haben, sollten den Journalistenpreis des EU-Parlaments bekommen. Wie das Presseecho auf Ihre Veröffentlichung zeigt, haben Sie eine Aufgabe erfüllt, die eigentlich Journalisten übernehmen müssten.
Why vote – not (ac)countable EU-Politicians?
Posted by: Hajo Friedrich in EU, European Parliament, Medien on May 10th, 2009

European Parliament
What did the MEP – our (?) representatives in the Europen Parliament – do for us – citizens and voters – over the last five years of their mandate ? Why should we vote (again)? And is/was their a real choice? Asking this question in the just started election campaign it’s not easy to get really useful answers. What we see: EP and other EU-institutions spent a lot of (taxpayers/voters) money to sell their ’success stories’. The aim of this expensive exercise is clear: the EU-power-elite tries to get a high voting participation-rate.
Why? It’s one of the main justifications of politicians. For what? Doing during their mandate – what they want: “You voted for us, so let us in peace an doing our job”, we often hear the years after we gave them our vote. Frustrating – especially in this hard times when governments spent in some weeks time billions of Euro and Dollars to save “systemrelevant” banks, other companies and – last but not least – their own power.
Are there indicators, to illustrate the work of MEPs? The presence in the plenary or committees sessions? Not easy stuff. If even the attendance-statistics are not transparent. And: ‘terrain polititique, liaisons dangereuse’. Some Journalists and others got over the last weeks an impression, how sensitive MEPs are, when you ask for their attendance in the Brussel or Strasbourg hemicyle .
Interesting again the french reports of Jean Quatremer of Libération. Despite all transparency-rethoric: the EP ist full of secrets and some hidden knowledge. Congratulations, Monsieur Flavien Deltort. The former assistant of the italian MEP Marco Cappato did a great job and listed all available MEP-statistics on the attendance and other activities of MEP.
Not easy to measure reports, resolutions or questions. And does high quantity also means high quality? To be present doesn’t mean automatically doing a good job. Deltorts also looked at the attendance-statistics. His source: the EP-administration.
One of Deltorts results might be interesting for german readers, especially for me – coming from the german City “Köln”(english and french: Cologne): die leading german Liberal in the EP, Silvaner Koch-Mehrin, was - after Deltorts calculations, which Mrs. Koch-Mehrin’s lawyer strongly denies - only 38,9 % of plenary sessions (physically?) present in Strasbourg or Brussels.
Oh God, Sil(ly)vana(er). Your election-campaign-slogan in Cologne is “Eine Kölnerin für Europa”. Did you spent the time in Cologne instead of being in the EU-bubble? I heard, you live in Brussels. So, what about this Cologne-connection?
A lot of questions, but something is clear: Monsieur Deltort didn’t know, that Mrs. Koch-Mehrin got a child and the EP-administration allowed her motherhood’-holidays for eight months. This is important – last but not least to get the famous secretarial allowances.
Thank’s God, this is possible under the internal EP-regulations. By this wonderful ruling Mrs Koch-Mehrin attendance rate was adjusted and the Honourable Lady declared, her attendance rate would be – taking into account this special ruling - 76,2 % – which ist not bad at all.
And – meanwhile supported by harsh letters by her lawyer to Mr. Deltort and some journalists – Mrs. Koch-Mehrin declared: even without this additionals 8 month calculation her attendance rate would have been 54,6 %. Interesting. Where do this figures come from?
Statistics, statistics, statistics – where is the truth? “I only trust the figures, manipulated by myself”, a former colleague often said when political strategies were accompanied by statistics/polls.
It’s fascinating – the Brussel/Strasbourg-bubble: the generous EP-rulings are really promoting woman. They allow for instance wonderful career perspectives: as more children a MEP gets during her mandate, the mor she is ‘present’ and gets her attendance allowances…I’m waiting for complaints at the European Court of Justice. Why? Some men might feeling discriminated. Paradise EU-europe – so many opportunities for lawyers to make money.
Coming back to our sexy figures(statistics): figures are highly political and sometimes have direct financial implications. That’s why the EP-administration obviously doesn’t hand out the public (taxpayer) the full picture of figures – this we learn thanks some backgrounds german journalist Michael Stabenow (Frankfurter Allgemeine Zeitung and FAZ net) found out – to bring light in the case of the self-declared Cologne-fellow Koch-Mehrin. Michael Stabenow wrote: MEPs get their monthly allowances (actually around 17.000 Euro!) only if they are present more than 50% of the sessions.
The story still goes on. Because of several complaints and threatenings of legal procedures, for instance by a Hamburg based lawyer of the liberal (sic!) MEP (Silly?) Koch-Mehrin the webpage www.parlorama.eu of Flavien Deltort’s is actually offline. We are waiting for the day. Mr. Deltort will go online again and present his old or new figures. Something is clear: we can learn a lot by this case. Not only: ever trust the figures you get – even you get them by publicly accessible EU-sources. Also a lot about our famous young and ambitious Liberals and their special definition of civil liberties.
Back to the story: Thanks to the colleagues of “Euractiv” and “EurActiv Frankreich” we got some days ago a broader picture of this case. And strange again: the website of “EurActiv France” seems also to be offline. What happened? They remind us, that already last december a webpage disappeared: the public money for the Romanian Institute for public policy was stopped, when it tried to get an overview on the activities of politicians (source: EurActiv, January 1, 2009).
Looking forward webpage “Vote WatchEU“, which will come up may, 11. Co-Founder Sara Hagemann promissed facts and proofs what MEP did und decided – without naming MEPs. Why do you not want ‘name and shame’, Sara?
Conclusions: Not easy to take. But many questions are on the agenda: How shall we vote in June without any indications of names and parties, Sara? Or - are they all the same – good, bad and ugly? If there is no choice, why vote?
Photo: European Parliamanet, Media Service
Von der ‘vierten Gewalt’ zum Bittsteller
Posted by: Hajo Friedrich in EU, Medien on April 2nd, 2009

Zeitungsland ist abgebrannt (Quelle:H.-D.N./flickr)
Paradigm shift in the EU-Bubble: the media – so called fourth power in democracy – becomes a petitioner. The message of European Journalist Federation is: please MEPs and Commissioners help us to survive. The analysis might be right, but way and aim of this lobby-campaign must be discussed – in the interest of a free press.
(Interested reader can read the full text of the EFJ-letter below).
Im EU-Raumschiff Brüssel ist gegen-wärtig ein Rollen-wechsel zu beobachten: Nicht die Politiker versuchen für ihre Themen und Interessen die Medien einzuspannen, sondern umgehrt: Vertreter der früher einmal als vierte Gewalt bezeichneten Presse bitten in der anhaltenden Anzeigenkrise die erste und zweite Gewalt um Hilfe. Dies geht aus einem Schreiben des Europäischen Verbands der Journalistenverbände (EFJ) an alle Fraktionsvorsitzenden des Europäischen Parlaments und den Präsidenten der Europäischen Kommission hervor (Dokumentation siehe unten).
Merkwürdig: nur Dank dem “eu-observer” haben wir Kenntnis von dem Schreiben erlangt. Der EFJ hat es noch nicht einmal für nötig befunden, dazu eine Presseerklärung abzugeben. Dies wolle man vielleicht erst in einigen Wochen oder Monaten machen. “Sie müssen nicht darüber berichten”(sic !!!), sagte mir doch glatt eine leitende EFJ-Mitarbeiterin.
Dabei ist das Thema wichtig für alle Medienschaffenden. Immer häufiger werden zum Beispiel EU-Korrenspondenten von ihren Verlagen und Verbandsvertretern darauf eingeschworen, ihre Interessen als Angestellte von Medienhäusern, die von der Werbung leben, auch in der Beobachtung, Berichterstattung und Kommentierung im Blick zun halten.
Der EFJ-Brief zeigt, wir die so genannte vierte Gewalt zum Bittsteller in eigener Sache bei EU-Parlament und Kommission wird. Die Zeit für politische Aktionen zu Gunsten der Medienbranche sei gekommen, sagt EFJ-Generalsekretär Aidan White. Ob dies etwa Steuermäßigungen oder Subventionen für die Medienhäuser sein sollen, will White erst einmal noch offen und den politischen Entscheidungsträgern überlassen. Da die Krise jedoch eine monetäre sei, liegen aus Sicht der Bittsteller offenbar auch monetäre Lösungen nahe.
Der Verband EFJ, dem nach eigenen Angaben 260000 Journalisten aus 29 Ländern angehören, vermeidet in seiner Brüsseler Lobbykampagne tunlichst das Wort Subvention. Dafür setzt er die Gefährdung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Medien mit der Gefährdung der freien Gesellschaft gleich. Es sei höchste Zeit, nicht nur in den einzelnen Ländern, sondern auch in Brüssel und Straßburg neue Arrangements, Strukturen und Formen der Finanzierung von Medienangeboten zu prüfen, sagt Aidan White. Nur so könnte die Existenz der Medien als Garant für die Qualität von Informationen gesichert werden.
„Die Medienkrise droht zur Krise der Demokratie zu führen“, so White. Die Medienhäuser, die sich bislang noch gegenüber neuen Finanzierungswegen reserviert äußerten, sollten sich den Realitäten stellen und selbstbewusst an der Diskussion beteiligen. Es müssten Wege gefunden werden, die traditionellen Printmedien aus folgendem Dilemma herauszuführen: einerseits würde ihre Internetangebote von den meisten Nutzern als die zuverlässigsten eingestuft, aber andererseits nicht oder nur ungenügend honoriert. „Wenn wir den Niedergang der Zeitungshäuser nicht stoppen, dann droht uns ein neues Zeitalter des Unwissens und der Orientierungslosigkeit“, sagt White.
Warum muss sich auch noch Europa mit der Medienkrise befassen? Weil alle Länder davon betroffen sind und die Informationsgesellschaft nicht mehr an der Landesgrenze Halt mache, sagt White. Auch die Frage, ob sich die Medien als Bittsteller in eigener Sache nicht ihrer Unabhängigkeit und ihres Status als „vierte Gewalt“ gegenüber Politik und Exekutive beraubten, wehrt der Lobbyist ab. Es gehe nicht um Sonderwünsche einer Branche, sondern um einen wesentlichen Bestandteil der Demokratie. Zuverlässige und nützliche Informationen seien ein öffentliches Gut. „Wir glauben, dass Journalismus und professionelle Medienarbeit geschützt, gehegt und zur Weiterentwicklung ermutigt werden muss“, heißt es in dem Schreiben an EU-Parlament und Kommission (Dokumentation siehe unten).
Der EU-Machtelite dürfte das Bittschreiben der Journalistenlobby gelegen kommen. Wer etwas von einem will, den haut man nicht (mehr) in die Pfanne, mag sich mancher, gerade in den anbrechenden Wahlkampfzeiten, denken. Der Fall macht ein weiteres Mal deutlich, wie in der Krise an noch mehr Stellen der viel beschworenen Unabhängigkeit des Journalismus gekratzt wird. Umso schlimmer, wenn sich zur Dequalifikation der Medien durch ungenügende Einnahmen und schlechtes Management auch noch die Selbstentwertung ihrer Vertreter gesellen würde.
Dokumentation des Briefs:
March 20th 2009
Europe’s Media Crisis: Time for Political Action/ Request for a Meeting
We write to you on behalf of the European Federation of Journalists (EFJ), the regional group of the International Federation of Journalists representing over 260.000 journalists in Europe.
This year will see a new European Parliament and a new Commission and, for the first time, journalists will not just be interested in covering the elections, nominations and appointments.
They also have a question of their own: when is the European Union going to wake up to the crisis facing media in Europe?
Over the past months, the decline of journalism and media has been dramatically accelerating as a result of the recent economic downturn.
However, the media crisis we are witnessing in every country of Europe has been years in the making and predates the recent recession.
Media markets are collapsing. The flight of advertising to the Internet and a new generation of users who have less time for newspapers and traditional television have caused panic in the media industry which is cutting jobs and slashing editorial costs at the expense of quality journalism.
The crisis is having a dramatic impact on media coverage of the political, social and democratic life of Europe. The balance between private sector media and publicly-funded outlets, broadcasting in particular, which has traditionally provided pluralist and diverse information services to European citizens is seriously disturbed.
There is no longer any certainty that media pluralism can be assured. The private sector is no longer able to guarantee the provision of information services, in the public interest, that have been central to preserving and enhancing standards on democracy in Europe.
At the same time, the public broadcasting landscape is in a crisis of its own, and is still subject to undue political pressures. In this regard we draw your attention to the recent report “Television across Europe. More Channels, Less Independence” published by the Open Society Institute, which reveals how in Albania, Bulgaria, Czech Republic, Italy, Lithuania, Poland, Republic of Macedonia, Romania and Slovakia the crisis of independence is acute. In the heartlands of European media – the UK, Germany, France and the Nordic regions – both public and private media are equally under extraordinary pressure.
This is not a short-term crisis. The extent of the collapse of traditional media in the United States has already caused enormous shock both to media practitioners and public bodies. And there is little doubt, sooner rather than later, that Europe, too, will face the consequences of market restructuring.
The European Federation of Journalists has been in conversation with European publishers and broadcasters, from both the private and public sectors, about these matters. We have launched a continental campaign to revive commitments to public service values in media and ethical journalism. We ask you to look at our efforts in this direction – see www.ethicaljournalisminitiative.org.
We are convinced that the new Commission and the newly-elected Parliament must seize the opportunity of a change of administration to launch a public debate, at national and European level, about the future of media in Europe.
This debate must not focus only on communications policy or technical issues arising from the technological convergence of telephony, broadcasting, print and digital media. These are important, but the critical and historical challenge is to confront the future role of media in contributing to democracy, pluralism and public engagement in the political life of Europe.
For this reason we believe that new and creative thinking is needed. We must examine how the architecture of European politics and the structure of the European Commission do not permit a proper and integrated examination of media policy and a mechanism for developing new initiatives that will guide member states in their navigation of the uncertainties created by the media crisis.
We believe it is time for an urgent and profound debate within European society on this issue. This debate and the policy programme that is required to drive it forward must be guided by the wisdom of political leaders who are aware of the consequences of change and ready to intervene to preserve media pluralism as a cornerstone of European democracy.
We are aware that the European Treaties do not consider media and culture as an exclusive EU competence, and we also know that a strong debate is taking place about state assistance to broadcasters in the framework of the EU competition policy. However, these talks do not get to the heart of the problem. They tinker with one aspect of media activity when the whole media industry is in need of review and reinvigoration.
We are all aware that democracy requires the provision of reliable, accurate and useful information as a public good. This implies that we need people and resources to produce and circulate it. We believe that journalisms and media professionalism which is the creative heart of European media must be protected, nourished and encouraged to develop.
But who will pay for it in an age when the information revolution has created an abundance of information, much of it trivial, unreliable and self-regarding, and which has created a new generation unwilling to pay? What are the options for revisiting the relationship between the state and media in terms of funding for information services from public resources? How can this be done without compromising the fundamental principles of editorial independence?
At the same time, multimedia convergence requires new models of governance. Press council and broadcast media councils and different forms of self-regulation, co-regulation and legally-binding rules. Existing structures are increasingly made obsolete by the realities of the Internet.
All of these issues require that a new debate – involving all stakeholders in civil society, within media and state authorities – is launched.
Your party has a leading role to play in meeting this challenge in the years ahead, because of your pivotal role in representing the citizens of Europe. For this reason we seek an urgent meeting with you before the end of the current legislative period to discuss how the European Parliament can play its part in taking forward this debate on the future of media in Europe which should be a central part of your work after June.
We believe that this issue must also figure strongly in the nomination process for a new Commission to ensure that the Commission itself places the future of media at the heart of the new programme.
We are sorry for this lengthy introduction, but our request is sincere: we believe that political action is needed now to help all of us better understand how to move ahead at this critical moment for the future of media in Europe. We look forward hearing from you.
Yours Sincerely,
Arne König, Aidan WHITE
EFJ President EFJ General Secretary




